IHK INTERAKTIV
Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors

Alle Beteiligten mitnehmen

von | 18.11.2020 | Existenzgründung

Unternehmensnachfolge und Gründung wollen gut geplant sein – und zwar auf der menschlichen Seite.

Während seiner Ausbildung als evangelischer Theologe hat er Menschen in schwierigen Situationen begleitet – und dabei erste Coaching-Kompetenzen erworben: Henrich Stöhr hat erfahren, wie Menschen Veränderungen meistern. Als systemisch ausgebildeter Berater begleitet er Unternehmen und Organisationen aus unterschiedlichen Branchen, aber auch Einzelpersonen. Beim Change Management in der Nachfolge spielt der menschliche Faktor eine entscheidende Rolle.

Jemand kommt zu Ihnen mit der Idee, sich selbstständig zu machen:
Wie können Sie ihm oder ihr helfen, sinnvolle Entscheidungen zu fällen?

Zuerst sortieren wir gemeinsam die unterschiedlichen Themen des Gründers, etwa: Bin ich überhaupt ein Unternehmer? Oder: Habe ich Rückhalt in meiner Familie? Und wie komme ich finanziell klar? Es geht um das Spannungsfeld „Gründungsenergie“. Der Gründer will loslegen und dann gibt es Widerstand: So ein Schritt löst auch viele Ängste aus. Das bearbeiten wir gemeinsam und entwickeln einen nachhaltigen Weg.

Sie beraten Menschen in persönlichen und unternehmerischen Veränderungsprozessen.
Welchen konkreten Herausforderungen müssen sich die Betreffenden beim Gründen oder der Unternehmensnachfolge stellen?

Nach der Gründung wächst die Firma oft so schnell, dass der Gründer manchmal nicht nachkommt mit der Einführung von Strukturen und Routinen. Häufig leidet auch die Kommunikation unter dem zu schnellen Wachstum. All das führt bald zu einem Gefühl der Überlastung.

Dazu kommt bei Veränderungen immer auch Widerstand, etwa durch eigene Zweifel, aber auch durch die Zweifel des Teams. Beispiel Nachfolge: Eine Mannschaft war lange Jahre den „alten“ Chef und dessen Unternehmenskultur gewohnt, und plötzlich ist alles anders. Ein Neuer hat es da oft schwer.

Wie lassen sich Veränderungsprozesse wirksam gestalten? Welche Maßnahmen muss man ergreifen?

Für das Dilemma „Gründungsenergie und Widerstand“ gibt es keine einfachen Lösungen. Der Weg besteht darin, den Widerstand nicht zu brechen, sondern zu verstehen; also als Gründer oder Nachfolger die Sorgen der Beschäftigten vor Veränderung ernst zu nehmen, um sie auszuräumen. Das kann man nur gemeinsam mit den Menschen erreichen. Feedback und Dialog sind gefragt. Was auch häufig zu kurz kommt, ist, das Alte zu verabschieden. Bevor ich etwas Neues beginne, muss ich das Bisherige würdigen und loslassen können. Und nicht alles hat sich überlebt. Was gut war, kann man einfach mitnehmen.

Bei Existenzgründungen und Nachfolgen spielt die Digitalisierung oft eine entscheidende Rolle. Welche Besonderheiten ergeben sich daraus?

Geschwindigkeit und Unsicherheit sind hier nochmals gesteigert. Gegen dieses Gefühl des Kontrollverlustes hilft oft eine Strategie der kleinen Schritte: immer wieder Zwischenergebnisse prüfen, viel kommunizieren und auch mal durchatmen. Man nennt das iteratives Vorgehen, im Grunde ein – allerdings bewusstes – Sich-Durchwursteln auf Sicht. Doch auch das kann letztlich zum Erfolg führen.

 

Foto: Stefan Wildhirt

www.henrich-stoehr.de

Fotos: Jason Hawkes, IHK Pfalz, Copyright Buddy Bartelsen Impress Picture for British Embassy

Themen

Schlagwörter

Teilen

Von

Marion Raschka
Marion Raschka

IHK Pfalz

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

Diskutieren Sie mit

Die Neuesten Kommentare

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mehr von IHK Interaktiv

Verwandte Beiträge

Die neuesten Beiträge

Aus Allen Themenbereichen

Blackout
Blackout

Kommt er oder kommt er nicht? Das ist die Frage, die mir derzeit oft gestellt wird. Die ehrliche Antwort ist: Ich weiß es nicht. Das ist die Krux mit der Mathematik seltener Ereignisse, denn ein solches wäre ein flächendeckender Blackout.

„Betriebe können sofort Energie einsparen“
„Betriebe können sofort Energie einsparen“

Interview mit Markus Mettler, dem Urheber des Erfolgsprojekts "Energiescouts". Markus Mettler ist technischer Betriebsleiter bei ebm-papst, dem mit 2,3 Milliarden Euro Umsatz und fast 15.000 Mitarbeitern führenden Hersteller von Ventilatoren und Antrieben. Vor zwölf Jahren hat Mettler das Ausbildungsprojekt "Energiescouts" erfunden, mit dem Auszubildende für Energieeffizienz und Klimaschutz sensibilisiert werden. Nun erhielt er vom Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck und DIHK-Präsident Peter Adrian die Ehrenurkunde für sein Engagement. Hier erklärt er, warum das Projekt nicht nur der Umwelt hilft, sondern auch die Betriebe und ihre Azubis weiterbringt.