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Nachhaltig Bauen_Beton

Das ganze Spektrum nutzen

von | 31.05.2021 | Umwelt

Klassische Materialien wie Beton und Holz sind heute längst nicht mehr allein auf den Baustellen des Landes. Wo die Ressourcen knapper werden, werden mit Kreativität und Erfindergeist innovative Baustoffe entwickelt. Und auch für das, was am Ende übrig bleibt, gibt es neue Ideen.

Schön grau

Mit Beton als Oberfläche beschäftigt sich Bernhard Kölsch von der Betondesign Factory im nordpfälzischen Schönborn. Durch eine neue Art der Armierung kann man inzwischen ein bis drei Zentimeter dünne Betonschichten herstellen – bei hohen Stabilitätswerten. Dadurch eröffnet sich ein Spektrum an architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Außerdem hat die kleine Manufaktur das „Btex-Case-Systems“ für modulares Bauen entwickelt. Es besteht aus 80×80-cm-Architekturbeton-Modulen mit integriertem Montagerahmen aus Holz. Vorteile: wartungsfreie Fassade, simple Planung, einfacher und rascher Aufbau, komplett recycelbar. Die Spannweite reicht vom Cubusdesign-Gartenhaus bis hin zu kleinen Ferienbungalows.

www.betondesign-factory.de

 

Bauen mit Pilzen

Bei der Suche nach umweltfreundlichem Baumaterial ist die TU Berlin auf Pilze gestoßen. Insbesondere der Zunderschwamm, der an Bäumen wächst, macht den Forschern Mut. Pilze sollen mit weitreichenden Konsequenzen zu Baustoffen (etwa als Ersatz für Gips- oder Styroporplatten) und Verpackungsmaterial umfunktioniert werden. Biotechnologin Prof. Dr.-Ing. Vera Meyer vom Institut für Biotechnologie hat eine Forschungswerkstatt namens „Mind the Fungi!“ ins Leben gerufen. Denn von rund sechs Millionen Pilzarten konnten erst etwa 100.000 wissenschaftlich beschrieben werden. Es gibt also noch viel künftiges Potenzial zu erforschen.

https://futurium.de

 

Cyrkl

Die virtuelle Plattform Cyrkl bringt Abfallerzeuger und Recycler zusammen. Der digitale B2B-Marktplatz macht es möglich, alle Abfälle, Nebenprodukte, Recycling- und Sekundärrohstoffe sowie überschüssige Rohstoffe anzubieten. Kunststoffe, Baustoffe, Papier und Metalle tauchen in den Angeboten am häufigsten auf. Die Registrierung auf dem Marktplatz ist kostenlos und erfolgt online. Gegründet wurde das Start-up in Tschechien. Mehr als 4.800 Unternehmen – überwiegend aus der D-A-CH-Region – nutzen die Plattform bereits.

http://www.cyrkl.com

 

Foto: Betondesign

Holz im Bogen

Im Diemersteiner Tal bei Kaiserslautern entstand in den letzten Jahren der neue Holz-Forschungscampus des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK). Sein Eingang ist ein bogenförmiger Holzpavillon. Er hat eine Spannweite von zwölf Metern, seine Holzkuppel eine Fläche von 100 m2. Er besteht komplett aus Holz, das bei der Produktion von Brettsperrholz abfällt. Entworfen und gebaut haben den Pavillon Juniorprofessor Christopher Robeller und sein Team mit digitaler Technik. Die Architekten haben dabei eng mit dem pfälzischen Holzbauunternehmen CLTech zusammengearbeitet.

www.architektur.uni-kl.de, Stichwort: dtc (digital timber construction)

https://www.swrfernsehen.de/natuerlich/innovativ-bauen-mit-holz-100.html

 

Gras als Baustoff

In ihrer Bioraffinierie verarbeitet die Biowert Industrie GmbH in Brensbach im Odenwald Wiesengras zu innovativen Baumaterialen. Mit der neuen Technologie gelingt es etwa bei Kunststoffbauteilen, bis zu drei Viertel des Materials durch Grasfasern zu ersetzen. Hierbei wird in einem Kreislaufverfahren der Rohstoff Gras fast vollständig verwertet, sodass keinerlei Abwässer und Abfälle erzeugt und nur ein Minimum an Ressourcen verbraucht werden. Der Einblas- oder Schüttdämmstoff AgriCell besteht sogar zu 100 % aus natürlicher Zellulose aus regional angebautem Gras, er ist atmungsaktiv, brandsicher und schadstofffrei – ein zertifiziertes Bauprodukt.

https://biowert.com

 

Fraunhofer-Projekt „BauCycle“

Wissenschaftler aus vier Fraunhofer-Instituten testen im Forschungsprojekt BauCycle neue Methoden zur Sortierung von Bauschutt, prüfen Anwendungsoptionen und entwickeln Produkte aus recyceltem Material. Die Wissenschaftler forschen unter anderem zu zementfreien Baustoffen sowie zur Erhöhung des Rezyklatanteils bei der Herstellung von Porenbeton. Darüber hinaus setzen die Experten die entwickelten Methoden zur Simulation flexibler Stoffstromnetzwerke ein. Eine projektierte Marktplattform soll Kunden aus verschiedenen Branchen maßgeschneiderte Lösungen zur Effizienzsteigerung für eine echte Kreislaufwirtschaft anbieten.

www.baucycle.de

 

 

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Marion Raschka
Marion Raschka

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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