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KSB 150 Jahre

Die fragile Weltwirtschaft bleibt herausfordernd

von | 02.01.2023 | Arbeitswelten

Wer 150 Jahre Firmengeschichte auf dem Buckel hat, lässt sich von Widrigkeiten nicht so leicht Bange machen. Der Frankenthaler Pumpen- und Armaturenhersteller KSB ist Krisen-erprobt und trotzt auch zum 150-jährigen Jubiläum den aufwühlenden Zeiten.

Die Herausforderungen sind vielfältig und komplex: Die COVID-19-Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen, insbesondere in China, führten zu Störungen in Lieferketten und zu Produktionsstopps. So musste das KSB-Werk in Shanghai eine achtwöchige Teilschließung hinnehmen. Auch der Russland-Ukraine-Krieg und der Cyberangriff auf die KSB-IT-Infrastruktur wirkten sich negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. Trotzdem lag der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um knapp 20 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, die Umsatzerlöse stiegen um drei Prozent.

Trotz der schweren Hagelschäden in der Armaturenproduktion in La Roche-Chalais in Frankreich und einmalige Kosten durch den Cyberangriff lag der Gewinn vor Steuern zur Jahreshälfte auf Vorjahresniveau. „Angesichts der äußerst widrigen Rahmenbedingungen, durch die wir das Unternehmen gesteuert haben, sind wir mit dem ersten Halbjahr 2022 zufrieden“, sagt Vorstandsvorsitzender Stephan Timmermann. „Wir haben den Cyberangriff erfolgreich abgewehrt und sind wieder voll einsatzfähig. Wir sind zuversichtlich, den Umsatzrückstand aufholen und unsere Jahresziele erreichen zu können. Die fragile Weltwirtschaft bleibt herausfordernd und birgt zweifellos Unsicherheiten.“

Globalisierung war noch nicht das beherrschende Thema,

als Johannes Klein 1871 in Frankenthal zusammen mit den Geschäftsleuten Friedrich Schanzlin und Jakob Becker das Unternehmen mit einem Dutzend Angestellten gründete und einen Apparat konzipierte, der den Dampf von Dampfmaschinen auffängt und ihn als Wasser zurück in den Kessel fließen lässt. KSB hat sich bis heute zu einem weltumspannenden Unternehmen mit rund 15.400 Mitarbeitern, 27 Produktionsstandorten, Gesellschaften und Vertretungen in 100 Ländern sowie einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro entwickelt. In der Unternehmensgeschichte setzte KSB immer wieder technische Maßstäbe. Die 1935 in den Markt eingeführte Eta-Baureihe ist immer noch das Leitprodukt in seiner Klasse und gilt heute als Mutter aller Normpumpen. Aber auch mit der Chemienormpumpe CPK und der Nachfolgebaureihe Mega-CPK hat das Unternehmen Industriegeschichte geschrieben.

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Neben den Werken in Frankenthal, Pegnitz, Halle und Bremen bietet KSB

seinen Kunden ein Servicenetzwerk, bestehend aus 30 Service-Centern und 80 autorisierten Service-Partnern, an. Deutschlandweit setzen sich 2.255 Serviceexperten dafür ein, dass die Anlagen laufen.

Das Unternehmen legt traditionell hohen Wert auf Nachhaltigkeit

und ist seit 2010 Mitglied des Global Compact der Vereinten Nationen. Nicht nur deshalb hat KSB den Anspruch, „die Zukunft einer umweltbewussteren Gesellschaft aktiv mitzugestalten“. Ein Kernthema ist dabei der Umgang mit CO2. Dessen Abscheidung, Transport, Verwendung und Speicherung sind wichtige Felder, auf denen KSB entscheidende Technologien entwickelt und Trends setzt. Auch grün produzierter Wasserstoff wird bei der künftigen globalen Energieversorgung eine zentrale Rolle spielen. KSB bietet als führender Anbieter im Bereich industrieller und chemischer Prozesse ein breites Spektrum an Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zudem verweist das Unternehmen auf ein breites Angebot an Pumpen-, Armaturen- und Servicelösungen für die Herstellung von Biokraftstoffen. Mit der Dampfmaschine von damals hat das dann nicht mehr allzu viel zu tun. (dl)

 

Weitere Infos:

 

www.ksb.com

 

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Dirk Leibfried
Dirk Leibfried

Freier Wirtschafts-Journalist für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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