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Die Party ist vorbei…

von | 23.09.2022 | Meinung

Das ist vielleicht das falsche Bild, denn nicht die Party ist vorbei, sondern die sinnlose Verschwendung von Ressourcen, Steuergeldern, Energie, Lebenszeit und falsch verstandenem Wohlstand gerät endlich ins Kreuzfeuer.

Und da wirkt es geradezu fatal, wenn sich Politiker beim Volk einschmeicheln – zum Beispiel mit Treibstoff- und Energiegutscheinen für alle. Damit auch diejenigen weiterhin mit ihren SUVs aus den Nobelvororten bequem in die Innenstädte fahren und sich über Staus aufregen können, die sich locker auch den doppelten Spritpreis leisten könnten.

Oder eine Mehrwertsteuersenkung für Lebensmittel – auch wieder wirksam für alle und für alles – auch Fleisch. Damit wir weiterhin über zu viele Pfunde auf den Rippen klagen und ungehemmt Lebensmittel wegwerfen können. Sind das die Maßnahmen, die zu mehr Klimaschutz führen, Lebensmittelverschwendung und Massentierhaltung reduzieren und Misswirtschaft und Fehlverhalten endlich auch über den Preis umsteuern? Sicherlich nicht. Das sind ausschließlich Maßnahmen, um das Wahlvolk einzulullen und für sich zu gewinnen. Denn eigentlich sollte man nur den wirklich Bedürftigen unter die Arme greifen. Genau jenen, die durch Misswirtschaft, falsche Versprechungen und Inflation in eine existentielle Schieflage geraten. 

Genau diese Inflation wird massiv angeheizt durch all die kleinen und großen (Wahl-)Geschenke und die damit verbundene Ausweitung der Geldmenge. 100 Milliarden hier und 400 Milliarden dort – wie schön ist es doch, Geld auszugeben, das man nicht verdienen muss. Und so mutet es geradezu seltsam an, dass etwa Mercedes ein Rekordergebnis für 2021 ausweist, während die Gemeinschaft gleichzeitig Milliarden für die Kurzarbeit der Mercedes-Mitarbeiter aufgebracht hat…

Deshalb: Wir wollen keine populistischen Schattenkämpfe und mediengerechtes Geschacher wie etwa Atomkraft gegen Tempolimit, sondern entschlossene Politiker, die über Parteigrenzen hinweg und im Schulterschluss mit der Wirtschaft und der Bevölkerung den Weg der großen Transformation einschlagen. Dafür braucht es Mut und die Bereitschaft für Experimente und entschlossenes Handeln. Kein Entweder- oder, sondern ein Sowohl-als-auch: Da brauchen wir sowohl die eMobilität, wie auch eFuels und Wasserstoff, sowohl die Bereitschaft zur Einschränkung und Veränderung wie auch einen Paradigmenwandel und das Abschneiden alter Zöpfe.

Lassen Sie uns gemeinsam konzentriert und ohne Populismus, Greenwashing und Medienwirbel die bereits vorhandenen Lösungen umsetzen, Innovationsgeist fördern, einem Bewusstseinswandel den Weg ebnen und einfach auch bereit sein, eine andere Party zu feiern. Eine Party, die auf Freude statt Konsum setzt, auf Solidarität statt Protz, auf Gemeinschaft statt Ego.

 

 

 

Grafik: Manor Lux | stock.adobe.com – Nuthawut

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Fritz Lietsch gibt als Geschäftsführer des ALTOP Verlags auch das Magazin forum Nachhaltig Wirtschaften heraus. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen CSR und Nachhaltigkeit
und hat dafür den B.A.U.M.-Umweltpreis erhalten.

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