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Rose Druck GmbH

Die sechste Generation geht in die Verantwortung

von | 02.01.2023 | Arbeitswelten

Diese Stab-Übergabe ist sorgfältig vorbereitet: Auf 36 Monate ist der Prozess ausgelegt, bei dem Linn Rose im Familienunternehmen Rose Druck in Landau zunächst an der Seite ihres Vaters Bernd Rose schrittweise die Verantwortung übernehmen wird. Im Februar 2022 wurde die 38-jährige Dipl.-Kommunikationsdesignerin zur weiteren Geschäftsführerin bestellt. Schon seit Anfang 2021 leitet sie bei Rose Druck das Innovationsprojekt „Einsatz von wasserbasierten Druckfarben im Illustrations-Tiefdruck“ und arbeitet mit ihrem Team an der Digitalisierung von Unternehmensprozessen. Die beiden Roses lassen sich während der gesamten Übergabephase von einer auf Familiennachfolge spezialisierten Beraterin intensiv begleiten und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Gemeinsam wurde ein konkreter Plan erarbeitet, der nach und nach die Übergabe der verschiedenen Bereiche vorsieht. Begonnen wurde mit dem Bereich Personal – Vertrieb, Technik und Finanzen folgen. „Meinem Vater danke ich sehr dafür, ein kerngesundes Unternehmen und ganzes Lebenswerk übernehmen zu dürfen und freue mich auf die nächsten Jahre mit ihm“, sagt Linn Rose. Und diese Jahre dürften spannend werden. Die Druckerei, die bis 1996 ein Standort der Speyerer Klambt Druck und anschließend der Schlott-Gruppe war, hat sich mitten in der Coronakrise neu aufgestellt und 2020 die Erweiterung des Werkes in Landau um eine zusätzliche Tiefdruckrotation mit 30 weiteren Beschäftigten beschlossen und umgesetzt.

Dazu wurde eine gebrauchte Maschine aus Belgien gekauft, generalüberholt und unter Einsatz von Maschinenteilen und Zusatzaggregaten aus sieben europäischen Ländern aufgebaut. Nach 13 Monaten Planungs-, Bau- und Montagezeit wurde 2021 die „paneuropäische“ Maschine in Betrieb genommen. Diese dritte Tiefdruck-Maschine bietet neben dem Ausbau der Produktionsmöglichkeiten auch die nötige Flexibilität zur Entwicklung und Erprobung weiterer Innovationen bei Rose Druck: „So testen wir derzeit den Einsatz von Wasserfarbe, um die Zukunft unserer Technologie nachhaltig zu sichern“, erklärt die Übernehmerin. Und auch weitere Ideen werden bei Rose Druck intensiv verfolgt, damit das Unternehmen später einmal an die 7. Generation übergeben werden kann.

Das Unternehmen verarbeitet mit 145 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern täglich 165 Tonnen Papier zu Werbebeilagen, Prospekten, Katalogen und Magazinen und ist damit vor allem für Kunden aus Handel und Versandhandel aktiv. Und das überaus erfolgreich – die Auftragslage sei aktuell kaum abzuarbeiten, schildert Bernd Rose, der die Branche und ihre Akteure seit 40 Jahren sehr gut kennt. „Was sollen unsere Kunden tun, wenn der Papierpreis sich nahezu verdoppelt hat? Druckereien noch weiter im Preis zu drücken, geht nicht. Was aber geht: Formate anpassen. Wir können durch die Formatvariabilität des Tiefdrucks in Breite und in Höhe viele interessante Formate mit Einsparpotenzial beim Papier von bis zu 20 Prozent anbieten.“

Rose Druck Führungsteam

Das Führungsteam der Rose Druck GmbH.
Betriebsleiter Michael Roth, die Leiterin Strategischer Einkauf Domenica Ratzel, Vertriebschef Tobias Kabel und die Geschäftsführerin Linn Rose und Bernd Rose (v. l. n. r.)

Einige der eingesetzten Verfahren zur Inline-Weiterverarbeitung sind eigene Entwicklungen – für das Spezialprodukt R-Cover hält Rose Druck sogar das Patent. Und das läuft im Moment besonders gut. Ein großer Vorteil dabei: In einem Druckgang können aus einer Papierqualität Inhalt und Umschlag gefertigt werden – ohne Zwischenschritte. „Damit sind wir nicht nur extrem schnell, sondern lösen die Probleme etwa von Kunden, die wegen Lieferschwierigkeiten kein separates Umschlagpapier bekommen“, erläutert Linn Rose.

Weitere Informationen:
https://rose-druck.de/de/

Fotos: Firmenfotos

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Kira Hinderfeld
Kira Hinderfeld

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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