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Mode Franck Pirmasens

Eine feste Größe im Textil-Einzelhandel

von | 19.05.2021 | Arbeitswelten

Aus dem früheren Sport Franck ist heute das Damenbekleidungshaus Mode Franck geworden. Nicht nur der Standort, auch die Ausrichtung änderte sich über die vergangenen 100 Jahre. Geblieben hingegen sind hohe Wertschätzung im zwischenmenschlichen Umgang und Betonung der persönlichen Beratung.

Inhaberin des Familienbetriebs ist in dritter Generation Birgit Neuhardt, geborene Franck. „Mode für die Frau ohne Alter“ bezeichnet die gelernte Textilbetriebswirtin das Angebot ihres Fachgeschäftes, in dem es „lässige, sportive Bekleidung und Accessoires“ zu kaufen gibt mit bekannten Labels wie etwa Marco Polo, Monari und OPUS. Damals wie heute kommt die Kundschaft weit über Zweibrücken hinaus auch aus dem Bliestaler Raum, dem Saarpfalz-Kreis und dem Landkreis Südwestpfalz sowie aus dem nahen Frankreich.

Alles begann im Juni 1921 mit einem knapp 50 Quadratmeter großen Sportladen, den Großvater und Namensgeber Ludwig Franck in der Poststraße eröffnete – einen Steinwurf entfernt vom heutigen Standort. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft übernahm Sohn Max das Geschäft, das daraufhin mehrmals innerstädtisch umzog. Im Jahr 1958 erfolgte der Kauf der Immobilie in der Hauptstraße, wo sich der Laden bis heute befindet, mittlerweile in einer Fußgängerzone gelegen.

Die damalige Geburtsstunde von Sport und Mode Franck ist Max Francks Ehefrau Hildegard – der Mutter der aktuellen Inhaberin – zu verdanken. Die Edenkobenerin
brachte ihr Know-how und Faible für Modetextilien ein und führte parterre ein Damenbekleidungshaus, während ihr Ehemann im oberen Stockwerk seine Sportartikel anbot. Diese Zweigleisigkeit führte auch Tochter Birgit Neuhardt fort, als sie vor 40 Jahren das Zepter übernahm. Nach Zukauf eines Nachbarhauses und einem größeren Umbau im Jahr 1986 vergrößerte sich die Ladenfläche auf rund 500 Quadratmeter; bis zu 45 Beschäftige zählte man in der Hochzeit.

Konkurrenz durch Internet und Outlet
Zur Zäsur im Sportgeschäft sollte es in den Neunzigerjahren kommen mit steigender Konkurrenz durch das Internet und der Entstehung von Outlets, also dem Direktvertrieb von Herstellern am Einzelhandel vorbei. Sozusagen direkt vor der Haustür eröffnete 2001 das Fashion Outlet am Zweibrücker Flughafen,

deutschlandweit das größte seiner Art. „Um uns dagegen zu stemmen, haben wir uns verkleinert und auf Bereiche wie Outdoor, Running und Fitness spezialisiert, aber letztlich sind solche Konzepte nur in größeren Städten mit höherer Frequenz tragfähig“, stellt die passionierte Malerin und bekennende Tierfreundin rückblickend fest.
„Schweren Herzens und sicher etwas zu spät“ wurde 2011 die Sportsparte geschlossen, denn „wenn ein Geschäft kein Geschäft mehr ist, muss man eben handeln“, wie Neuhardt bekundet.

Einhergehend mit der Konzentration auf das Modesegment verkleinerte sich die Ladenfläche auf 120 Quadratmeter. Die Mitarbeiterinnen von Mode Franck, das ist der Inhaberin wichtig zu betonen, bieten ihren Kundinnen weit über das bloße Warenangebot hinaus jederzeit auch sympathische Beratung, ein offenes Ohr und emotionale Ansprache. Eben genau das, was man beim Kauf im Internet vergeblich sucht.

Lesen Sie hier das Interview mit Birgit Neuhardt: 
„Ohne Überbrückungshilfen nicht zu stemmen”

 

Foto: Andreas Becker

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Andreas Becker
Andreas Becker

Freier Wirtschafts-Journalist für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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