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Eine Frau zwischen Kunst und Design

von | 19.11.2020 | Arbeitswelten

Design und Produktion von 3D-Objekten aus Fiberglas ist ihr Hauptgeschäft. Dazu kommen Eventgestaltung, Installationen, Projektplanungen – Claudia Bias aus Bobenheim-Roxheim ist seit 25 Jahren als Künstlerin und Designerin regional und international unterwegs.

Alles begann in einem Theater in Breslau. „Mich begeisterte, was man mit Kreativität aus Styropor alles erschaffen kann“, erzählt Claudia Bias über die Anfänge als Bühnenbildnerin. Über eineWerbeagentur in Kassel führte ihr Weg in die Pfalz – und in die Selbstständigkeit. Zu dem ersten Kunden, dem Mannheimer Mode- und Sporthaus Engelhorn, sind bis heute viele weitere aus den Bereichen Mode, Interior, Sport, Spielwaren, Duty-Free und Stadtmarketing hinzugekommen.

Mit Styropor arbeitet Bias schon lange nicht mehr – ihr primäres Material ist das Fiberglas. Doch das Prinzip aus Breslau ist gleich geblieben: Zunächst kreiert die Designerin ein Werk mit formbaren Materialien. Was damals für das Bühnenbild Verwendung fand, ist heute der Prototyp, aus dem eine Form hergestellt wird, die dann zur Produktion verwendet wird. So entstanden beispielsweise 3.000 Pinguine aus Fiberglas für 116 Filialen der Textil-Kette Peek & Cloppenburg. Die Verbindung zu Breslau ist heute noch eng, denn in der Nähe produziert Bias ihre Werke. 17 feste Mitarbeiter und bis zu 30 weitere in der Produktionsphase arbeiten bei Creation Dekodesign.

Überhaupt ist Bias, die bereits als Kind in einem kreativen Beruf arbeiten wollte und später Design, Textiltechnik und Bekleidung studiert hat, viel unterwegs, bei Künstlern und Kunden, national und international. Und immer spürt sie den Spagat zwischen Kunst und Design, zwischen freier Kreation und Auftragsarbeit. „Ich bin zu rational durchstrukturiert für einen reinen Künstler“, sagt sie. Vielleicht gelingt der Spagat gerade dadurch so gut. „Naturalistisch, abstrakt oder geometrische Formen, das kommt immer auf die Schaffensphase an“, spricht die Künstlerin in ihr. Als Managerin, die ohne WhatsApp aufgeschmissen wäre, hat sie dann wiederum Arbeitsprozesse, Meetings, Speditionen, Angebote und Rechnungen auf dem Schirm.

Gerade in der Auftragsarbeit ist es für Bias wichtig, ihre Künstlerseele und den Business-Verstand unter einen Hut zu bringen. „Teilweise sind bei Großkunden schon bis zu 30 Menschen aus dem Kreativteam in die Entwicklung eines Projekts eingebunden“, erzählt Bias. Da könne es schon vorkommen, dass die eigene Kreativität etwas eingeschränkt werde. Doch alles in allem habe sie genug Einfluss, nicht zuletzt durch das Vertrauen, das man ihr bei langjährigen Kunden entgegenbringe. Zudem übernimmt Bias auch nur Aufträge, die sie mit Creation Dekodesign selbst produzieren kann. Somit kommen die Produkte aus einer Hand und mit entsprechender Qualität. „Vertrauen und Qualität spielen eine wichtige Rolle in dem Business.“

Die Palette ihrer Kunden ist dementsprechend breit. Im Mode- und Sportbereich hat Creation Dekodesign neben P&C und Engelhorn auch bereits Aufträge von Adidas, Nike und der UEFA bekommen. In der Möbelbranche zählt beispielsweise Kare Design zu ihren Kunden, und Spielwarenkunden werden weltweit auf Messen begleitet. Zu den großen Werbe-Produktionen in den vergangenen Jahren zählen die Johnnie Walker „Game of Thrones“-Installation in Madrid und Produktionen für Duty-Free-Bereiche auf den Flughäfen der Welt.

Ein großes Arbeitsfeld sind für Bias auch Stadtmarketingprojekte wie in Bielefeld. An diesem Projekt arbeitet die Designerin auch während Corona. Creation Dekodesign liefert dabei die Rohprodukte, bestehend aus den Stadtlogos in 3D. Regionale Künstler bearbeiten die Plastiken dann nach Lust und Laune. Ausgestellt wird in der ganzen Stadt – Kunst im öffentlichen Raum und Eigenwerbung in einem.

Das 25-jährige Jubiläum feiert Creation Dekodesign nicht alleine, sondern mit und für andere. Im Rahmen des Jubiläums unterstützt Bias den Musiker Rolf Stahlhofen und versteigert die „Gemeinsam Bewegen“ genannte Skulptur, in der zwei Hände ineinander greifen, zugunsten der Water Is Right Foundation. Die Skulptur wurde von Stahlhofen im Sommer im Rahmen einer Vernissage bei der Heidelberg iT Management GmbH enthüllt. Seitdem wird sie von Prominenten wie Anke Huber oder Hansi Flick signiert und zur Finissage versteigert.

 

Fotos: Creation Dekodesign

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Alexander Kessler
Alexander Kessler

IHK Pfalz

Redakteur für Print, Web und Social Media im Bereich Öffentlichkeitsarbeit der IHK Pfalz.

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