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Vier gewinnt: Die Energie-Scouts von Stadler + Schaaf landeten im rheinland-pfälzischen Wettbewerb auf dem zweiten Platz.

Energiefressern auf der Spur

von | 30.11.2022 | IHK

Dass es in Sachen Energiesparen nicht immer um gewaltige Maßnahmen in großen Unternehmen gehen muss, haben Auszubildende bei Stadler + Schaaf Mess- und Regeltechnik GmbH in Offenbach gezeigt.

Die Energie-Scouts Marc Busch, Jannik Chamier, Lukas Moschel und Julia Nierling konnten mit ihren Ideen ihrem Arbeitgeber eine jährliche Energieeinsparung von 3.611 Kilowattstunden bescheren, das bedeutet eine jährliche Kostenersparnis von 1.004 Euro. Möglich wurde dies, weil das Azubi-Quartett seine Ausbildungswerkstatt genau unter die Lupe nahm und nach  energieeffizienteren Lösungen suchte.

Energiedetektive mit Messgeräten

Zunächst unterteilten die Azubis – eine bunt gemischte Truppe vom 1. bis 3. Ausbildungsjahr – das Energie-Scout-Projekt in drei Teilbereiche: Serverschrank, Beleuchtung und Ausbilderbüro. Nach einer Analyse des Serverschranks in der Ausbildungswerkstatt war ihnen beispielsweise aufgefallen, dass die Lüfterkühlung dauerhaft unter Volllast lief und zusätzlich verstaubt war, wodurch unnötiger Verbrauch anfiel. Mit einem Thermostat konnte die Laufzeit stark reduziert werden. Die Beleuchtung in der Werkstatt wurde mit Präsenzmeldern und LED-Lampen energieeffizienter gestaltet, und das Ausbilderbüro verbraucht in Zukunft nur noch dann Strom, wenn sich dort jemand aufhält.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Energie Scouts, die im rheinland-pfälzischen Wettbewerb mit ihrem Projekt auf Platz 2 gelandet sind und nach Berlin zur Endausscheidung eingeladen waren“, so Sonja Hanß, die gemeinsam mit Werner Kästel bei Stadler + Schaaf für die Ausbildung zuständig ist. Am Energie Scout- Wettbewerb 2021/2022 teilgenommen hat das Unternehmen zunächst aus Neugierde. „Natürlich passt das Thema bei uns ideal. In der heutigen Zeit und gerade als Ausbildungsbetrieb im Bereich E-Technik gehört das Thema Energiesparen einfach dazu. Außerdem sahen wir eine Chance für unsere Azubis, sich zusätzlich zu qualifizieren.“ Zudem beschäftigen die Offenbacher zahlreiche Elektrotechnik- Azubis, von denen einige ihr Interesse bekundeten.

Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Die drei gefundenen Energie Schwachstellen in der Ausbildungswerkstatt konnten schnell und unkompliziert überwiegend mit Bordmitteln behoben werden. „Kleine Maßnahmen, die eine vergleichsweise große Wirkung erzielt haben“, wie Hanß betont.

Weil die Premiere so gut gelaufen ist, will Stadler + Schaaf auch in Zukunft bei den Energie-Scouts mitmachen – auch wenn das Unternehmen ohne Produktion nicht zu den Energie-Großverbrauchern gehört. Hanß: „Unsere Azubis und auch wir haben viel gelernt, unter anderem, dass sich gemischte Gruppen aus unterschiedlichen Ausbildungsberufen und Ausbildungsjahren gut ergänzen.“ Für das Unternehmen zählt neben der Energie- und Ressourcen-Einsparung vor allem die persönliche sowie die fachliche Entwicklung der jungen Energie-Scouts.

🌐www.stadler-schaaf.de

🌐www.ihk-rlp.de Nummer 5265558

Stadler + Schaaf

Das Unternehmen bietet der Prozess- und Fertigungsindustrie das gesamte Spektrum des modernen Engineerings: vom klassischen Anlagenbau über Elektromontage bis hin zur zukunftsorientierten Automation. Die Firmengruppe zählt nahezu 1.000 Beschäftigte an 27 Standorten im In- und Ausland. Am Hauptsitz in Offenbach arbeitet fast ein Drittel der Belegschaft. Hier erlernen jährlich etwa 15 Auszubildende den Beruf des Elektronikers in den Fachrichtungen Automatisierungstechnik und Energie- und Gebäudetechnik. Weitere Berufsbilder, duale Studiengänge sowie diverse Möglichkeiten für Studierende ergänzen das Angebot. In Summe werden aktuell 70 junge Menschen bei Stadler + Schaaf ausgebildet.

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Marion Raschka
Marion Raschka

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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