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Ring Group Pirmasens

Global Player fest in familiärer Hand

von | 07.09.2022 | Arbeitswelten

Der Pandemie geschuldet knallen im Sommer die Korken zwar erst einige Monate nach Erreichen der stolzen 100 Jahres-Marke in der Firmenhistorie. Dafür aber hat die Ring Group einen zweiten Grund zu feiern: Mit Jennifer Ring ist im Jubiläumsjahr bereits die vierte Generation in die Geschäftsführung eingetreten.

Am Anfang war der Schuh, heißt es oft bei Pirmasenser Traditionsbetrieben und so auch bei der Ring Group. Für die Schuhindustrie nämlich stellte Franz Hatzenbühler ab 1921 Maschinen und Werkzeuge her. Namensgebend war er noch immer, nachdem sein Neffe Robert Ring 1973 das Ruder übernahm und den Weg für Expertise und Ruf des Unternehmens rund ums Perforieren bereitete. Die Umfirmierung zur Ring Maschinenbau GmbH datiert auf 1985, als in dritter Generation Andreas Ring die Geschäftsführung antrat; sein Bruder Matthias folgte zwei Jahre später in gleicher Funktion.

In ihre Ägide fällt der Aufstieg des Familienunternehmens zum Global Player mit 350 Beschäftigten, davon 250 am Sitz in Pirmasens mit Filiale in Bühl. 15 Lehrplätze mit sechs Ausbildungsprofilen für technische und kaufmännische Bereiche bietet die Ring Group an, lediglich drei konnten aktuell besetzt werden. Die internationalen Tochterunternehmen sind dort, wo die Kunden produzieren – gut 70 Prozent davon Automobilzulieferer, aber auch Schuhproduzenten, Gerbereien, Textilfabriken und Papierhersteller aller Größenordnungen. Ring-Standorte gibt es gleich zwei in Brasilien, außerdem in China, Italien, Mexiko, Polen, Rumänien und in den USA.

Stets an den Belangen der Kunden orientiert. Das gilt gerade für das dominierende Segment Maschinenbau: Die Perforier-, Stanz-, Präge-, Gerberei- und Schuhmaschinen werden nicht nur aus einer Hand geplant, entwickelt, konstruiert und ausgeliefert, auch das Liefern von Werkzeugen, Service, Wartung und Schulungen gehören dazu. Ebenso ganzheitlich ist die Lohnperforation aufgestellt, beispielsweise für Ledersitze, Lenkräder, Armaturenbretter oder Dachhimmel. Von Beratung und Designentwicklung über Bemusterung bis hin zur Auslieferung in unterschiedlichsten Losgrößen reicht dort das Dienstleistungspaket.

Eben diese Ganzheitlichkeit sieht Jennifer Ring als Erfolgsfaktor. Nach Ausbildung zur Bürokauffrau und betriebswirtschaftlichem Studium ist die 32-Jährige vor sieben Jahren eingestiegen. 2021 folgte in vierter Familiengeneration der Schritt in die Geschäftsführung. „Zu guter Letzt entscheidet aber immer die Qualität“, betont sie und verweist auf das Label ‘Made in Germany‘ mit seinem ungebrochen exzellenten Ruf.
Jennifer und Andreas Ring

Jennifer und Andreas Ring, beide Geschäftsführer der Ring Maschinenbau GmbH.

Die hohe Qualität ihrer Maschinen zeige sich regelmäßig bei Rückkäufen älterer Systeme zu Aufbereitung und Weiterverkauf, sagt Jennifer Ring und schickt schmunzelnd hinter: „Im Grunde halten unsere Maschinen einfach viel zu lang.“ 

Bereits Ende 2019 seien die aus Asien kommenden ersten Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren gewesen – mit seither immer wieder „schweren Störungen auf beiden Seiten der Wertschöpfungskette“, wie Ring die große Herausforderung beschreibt.

Neben Engpässen in der Beschaffung sei dies auf Kundenseite vor allem der schnelle Wechsel vom extremen Herunterfahren zum steilen Wiederanfahren gewesen – angesichts eigener Engpässe durch die Kurzarbeit oder auch Quarantänen mit Ausfallquoten von bis zu rund 20 Prozent. Derzeit sind es die steigenden Energiepreise, die zu schaffen machen, insbesondere in den Energie-intensiven Produktionsbereichen. Der Blick jedoch geht nach vorne. Schon bald wird am Hauptsitz eine neue große Produktionshalle gebaut. Auftragslage und Perspektiven sind auch im Jahr 101 gut. 

 

Weitere Informationen: 

 

www.ring-group.com

 

 

Fotos: Firmenfotos

 

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Andreas Becker
Andreas Becker

Freier Wirtschafts-Journalist für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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