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„Jeder Lkw-Hersteller setzt auf ein anderes Pferd“

von | 19.11.2020 | Infrastruktur

Das Transportgewerbe wartet in Sachen Antriebstechnik auf klare Vorgaben des Gesetzgebers. So auch die Spedition Nuss in Wörth. Das Unternehmen hat 75 Zugmaschinen mit 150 Trailern im Einsatz und beschäftigt insgesamt über 180 Mitarbeiter.

Die komplette Flotte des Transportund Logistikdienstleisters Nuss ist seit drei Jahren mit Euro6-Dieselmotoren ausgerüstet. Über Alternativen denkt Volker Nuss, geschäftsführender Gesellschafter der Spedition Nuss und des Logistik Center Nuss GmbH, schon länger nach: „Mitte 2019 gab es bei uns einen Denkansatz in Richtung Gasmotoren mit Flüssiggas (LNG)“, erinnert sich der Spediteur. „Die Idee scheiterte für uns jedoch an drei wesentlichen Punkten:

 

  1.  Das Tankstellennetz in Deutschland ist derzeit nicht gut genug ausgebaut.
  2. Die Mehrkosten wurden lediglich mit 40 Prozent (circa 12.000 Euro) gefördert und eine Befreiung von der Maut wurde befristet von Januar 2019 bis Dezember 2020 eingeräumt.
  3. Unklarheit bestand bei der Vermarktung der gebrauchten Fahrzeuge nach fünf Jahren. Mit den seither erzielten Verkaufspreisen für die gebrauchten Diesel-Lkw konnte man bisher planbar diese Einnahme für anstehende Neuinvestitionen verwenden.“
Die Spediteure wären bereit zu investieren

Eine echte Alternative für die Zukunft sieht Volker Nuss im Wasserstoffantrieb mit Brennstoffzellen. Er verweist auf das Nachbarland Schweiz, wo in diesem Jahr die ersten Wasserstoff-Lkws unterwegs sind. „Wenn Politik und Hersteller auch bei uns gemeinsam in diese Richtung marschieren würden, nähmen Spediteure auch Geld in die Hand“, ist er überzeugt. „Im Moment betanken wir unsere Lkws zu 95 Prozent an der eigenen Diesel-Tankstelle. Wenn wir langfristig Planungssicherheit hätten, würden wir auch in eine eigene Wasserstoff-Tankstelle investieren. Diese könnte dann auch für Kollegen zur Betankung zur Verfügung gestellt werden.“

Alle Beteiligten müssen in die gleiche Richtung gehen

Nuss versteht vor allem die Uneinigkeit unter den Fahrzeuganbietern nicht: „Derzeit setzt praktisch jeder Lkw-Hersteller auf ein anderes Pferd“, hat er den Eindruck. Dabei hätte man in Deutschland die Möglichkeit, dank des steigenden Anteils an regenerativ erzeugter Energie ressourcenschonend Wasserstoff zu gewinnen. „Wenn alle in die gleiche Richtung gehen würden, wäre auch die passende Infrastruktur in kurzer Zeit machbar.“

 

Foto: Spedition Nuss

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Marion Raschka
Marion Raschka

IHK Pfalz

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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