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Kontrovers

Kontrovers: Erweiterung Outlet Zweibrücken

von | 20.07.2022 | Meinung

Wie bewerten Sie die Erweiterungspläne der Zweibrückener Fashion Outlets?

PRO: Das Outlet ist für mich eine Erfolgsgeschichte für unsere Region. Die Pfalz wurde vor langer Zeit abgeschlagen und ist in vielen Köpfen nicht präsent. Auf die Frage, wo man herkommt, ist der Hinweis auf das Outlet meist eine genaue Orientierung.

Jeder kennt es in fast ganz Deutschland. Alleine der Titel „größtes Outlet Deutschlands“ hat dazu verholfen, und auch wenn dieser nur durch eine Erweiterung erhalten bleibt, kann die Region weiter damit bekannter werden und profitieren.

Davon profitieren nicht nur das Outlet selbst, sondern auch alle Betriebe um das Outlet herum. Ebenso die Menschen, die hier leben und vor allem im Outlet und Umgebung arbeiten. Nicht umsonst steht die Region mit Pirmasens und Zweibrücken auch hinter dem Outlet. Es ist ein Magnet für Shoppingwillige, die meist nicht aus der Region kommen und somit Geld von außen bringen. Genau diesen Punkt fürchten alle Städte in der Umgebung, wir stärken damit unsere Region und nehmen ihnen die Kunden, aber sicher nicht uns selbst!

CONTRA: Als Vorsitzender des Pirmasenser Handelsverbandes muss ich die geplante Erweiterung des Outlets in Zweibrücken ablehnen, weil wir nach der Eröffnung des Outlets vor 20 Jahren erschreckende Auswirkungen auf den Innenstadt- Handel in Pirmasens hinnehmen mussten.

Die Gutachter hatten damals einen Umsatzrückgang von zehn Prozent in den betroffenen Branchen prognostiziert, eingetreten sind aber zehn Prozent Umsatzrückgang in fünf aufeinanderfolgenden Jahren, also in Summe 41 Prozent. Ein Aderlass in dieser Größenordnung darf sich auf gar keinen Fall mehr wiederholen, sonst wird durch einen „Domino-Effekt” die Innenstadt von Pirmasens nahezu handelsfrei werden, was sicher nicht zum Vorteil der Verbraucher ist – zumal die Versorgungslage derzeit schon nicht als komfortabel bezeichnet werden kann.

Der örtliche Handel hat den Zusagen der Landespolitik vertraut, die im Genehmigungsverfahren für das Outlet ein Limit von 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zugesagt hatte. Darauf vertrauend gab es Investitionen in den Pirmasenser Innenstadthandel, um die Attraktivität zu steigern, die bei einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs nun obsolet würden.

Auch der Verweis auf die im Outlet neu entstehenden Arbeitsplätze ist einseitig. Unser Verband hat festgestellt, dass für jeden neu entstandenen Arbeitsplatz im Outlet zwei Arbeitsplätze im örtlichen Fachhandel verloren gegangen sind. Die Bilanz ist also klar negativ, und dieser Effekt wird sich bei einer Erweiterung wiederholen. Wer lebendige Innenstädte möchte, muss etwas dafür tun. Den Handel im Außenbereich ungezügelt zuzulassen, ist dafür das absolut ungeeignete Mittel.​

Konstantin Kaysser ist Geschäftsführer der Kaysser Heimtiernahrung GmbH, ein mittelständisches Großhandelsunternehmen in zweiter Generation, das in Waldfischbach ansässig ist. Kaysser ist zudem Mitglied der neuen Vollversammlung der IHK Pfalz.

 

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Erich Weiss ist geschäftsführender Gesellschafter der PR-Handels-GmbH, Pirmasens, und Ortsvorsitzender des Handelsverbandes PS-SWP.

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Alexander Kessler
Alexander Kessler

IHK Pfalz

Redakteur für Print, Web und Social Media im Bereich Öffentlichkeitsarbeit der IHK Pfalz.

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