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Ludwigshafen: Problematisches Umfeld

von | 12.07.2022 | IHK

Das wirtschaftliche Kraftzentrum der Pfalz liegt mit einer Gesamtbewertung von 2,9 knapp unter dem Durchschnitt (2,8) der kreisfreien Städte der Pfalz. Punkten kann Ludwigshafen vor allem mit der Lage mitten in der Metropolregion Rhein-Neckar.
Die Unternehmen zeigen sich zufrieden mit der Anbindung an das Fernstraßennetz, der Erreichbarkeit des Schienenfernverkehrs und der Nähe zu Kunden und Zulieferern. Problematisch erweisen sich dagegen die Innenstadt sowie Image und Flair der Kommune.
Unternehmen sehen Abwärtstrend
Nur jedes fünfte Unternehmen bescheinigt dem Standort eine überwiegend positive Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren. Mehr als 40 Prozent bewerten dagegen die Veränderungen vor Ort als tendenziell negativ. Ein möglicher Grund könnte der problematische Ausfall der Hochstraße Süd sein, der sich auch in der Bewertung der Baustellenkoordination von 3,8 widerspiegelt. „Das Thema Hochstraßen verbinden wir auch mit der auffallend schlechten Bewertung der Standortentwicklung in den vergangenen fünf Jahren“, kommentiert IHK Infrastrukturexpertin Nicole Rabold die Verkehrsmisere.
Flächen sind rar
Trotz zahlreicher umgesetzter Bauvorhaben wie am Rheinufer Süd hat sich die Bewertung der Verfügbarkeit von Wohnraum im Vergleich zu früheren Umfragen verschlechtert. In der Chemiestadt vermissen Betriebe außerdem freie Gewerbeflächen; das Ergebnis hat sich im Vergleich zu 2018 deutlich von 3,0 zu 3,4 verschlechtert. Hier besteht Handlungsbedarf, um die Wirtschaftskraft des Standorts zu erhalten.
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Misere Innenstadt
Ludwigshafen leidet wie kein anderer Standort unter dem Niedergang seiner Innenstadt. Seit dem Abriss der legendären Tortenschachtel am Berliner Platz im Jahr 2015 klafft eine große Baulücke im Herzen der Stadt. Bauzäune dominieren das Stadtbild. Dazu kommt der Leerstand des markanten, jetzt geräumten Rathaus-Centers. „Zwar befinden sich viele Innenstädte nach Corona verstärkt in einem Strukturwandel, doch das Zentrum von Ludwigshafen hat mit der Note 4,7 unerreicht schlecht abgeschnitten“, so Rabold.
Nicht nur Leerstände, auch Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt werden von Unternehmen bemängelt. Eine deutliche Botschaft der Wirtschaft: Der Wandel muss aktiv und positiv gestaltet werden, um den Standort insgesamt zu stärken. „Die Unternehmen wünschen sich, dass es einen Aufbruch gibt“, so Rabold. „Sie vermissen konkret erfahrbare Verbesserungen im Stadtgebiet.“
Die Wirtschaftsförderung erzielt mit einer Gesamtbewertung von 3,1 ein befriedigendes Ergebnis. Als verbesserungsfähig wird die Arbeit der Verwaltung und der Kommunalpolitik gesehen (3,6). Kürzere Bearbeitungsdauern von Anliegen und Verfahren, nachvollziehbarere und verlässlichere Entscheidungen sowie bessere Erreichbarkeit der Verwaltung stehen auf der Wunschliste der Unternehmen ganz oben.

Lesen Sie hier die Ergebnisse aller Städte der IHK Standortanalyse 2022:

 

Standortanalyse 2022: Pfälzische Stärken und Schwächen

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Marion Raschka
Marion Raschka

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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