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Kontrovers

Muss sich die Arbeitswelt für die Generation Z ändern?

von | 30.11.2022 | Meinung

PRO: Bei der TWL AG und unserem Tochterunternehmen TWL Netze GmbH befinden sich derzeit 61 Azubis und duale Studenten in der Ausbildung – die meisten von ihnen stammen aus der Generation Z (Geburtsjahr 1995-2010). Die Generation Z ist in der digitalen Welt aufgewachsen und bestens mit ihr vertraut. In der Ausbildung hingegen läuft vieles noch eher analog. Wenn der Ausbilder etwas erklärt, kann man nicht mal eben auf „Stopp“ drücken und den Film nochmal abspielen.

Die digitale Welt steht nicht still und die Generation Z ist mit der technischen Vielfalt groß geworden – ein Weg, den auch Arbeitgeber zunehmend einschlagen müssen und auf den wir uns bei TWL schon längst begeben haben. Bei der Bewerbung fängt es an. Sie wird bei uns über die Homepage in elektronischer Form hochgeladen. Der gesamte Bewerbungsprozess läuft digital.

Berichtshefte werden digital erstellt und für die Organisation unserer Azubis wird – von der Planung bis zur Beurteilung – alles elektronisch verwaltet. Selbst in der Berufsschule gehen unsere Azubis zu Industriekaufleuten bereits in eine Tablet-Klasse. Die Digitalisierung hat somit längst Einzug in unseren Alltag gehalten. Sie macht vieles schneller und einfacher und schafft eine größere Transparenz für alle Beteiligten. Eine Denkweise, die der Generation Z eigen ist und auch die Arbeitswelt langfristig verändern muss und wird.

Ein großer Teil unserer klassischen Personalarbeit ist bereits in der digitalen Welt abgebildet. Darüber hinaus arbeiten wir im gesamten Bereich Personal an der Vereinfachung und Digitalisierung unserer bisherigen „Papierprozesse“, welche durch digitale Workflows nach und nach ersetzt werden. Zukünftig kann ich mir vorstellen, auch Inhalte für die Ausbildung in Form von Video-Kurzanleitungen mit den Azubis zu erstellen. Somit könnten unsere Azubis dann doch noch auf „Stopp“ drücken.

 

CONTRA: Bei der Generation Z handelt es sich um eine Generation, die sich anders entwickelt als frühere Generationen und sich über neue Werte definiert. Diese Werte sind durchaus richtig und sollten Beachtung finden.

Man sieht diese Entwicklung auch in der Politik und bei Gesprächen außerhalb der Geschäftswelt. Dennoch muss einiges weiterlaufen wie bisher, und es gibt Hindernisse für diese Ideen und Erwartungen. Ich spreche nun aus der Praxis: Wenn ein Auszubildender nach zwei Wochen Ausbildung bereits fragt, ob er „Flexizeit“ bekommt, dann ist das zwar mutig, aber in der Produktion schlicht nicht umsetzbar. Wir starten wegen unseres Schichtbetriebs zu festen Zeiten. Denn eine festgelegte Personenzahl muss da sein, um produzieren zu können. Er schrieb daraufhin, dass dies seiner Meinung nach trotzdem möglich ist.

Wir brauchen Ideen, um uns weiterzuentwickeln, und gerade in der Analyse alter Strukturen sehe ich eine große Stärke der neuen Generation. Sie hinterfragt mehr und packt Probleme an. Gleichzeitig wird Work-Life- Balance eher zu den eigenen Gunsten ausgelegt, und sehr viel Egoismus kommt zum Tragen. Der schwach ausgeprägte Gemeinschaftssinn ist sicherlich auch durch die Folgen von Corona erklärbar. Dennoch hat man das Gefühl, dass das eigene Interesse bei dieser Generation vor dem Erfolg der Gemeinschaft steht.

Ich sehe die nächsten Jahre als sehr spannend an und freue mich auf die Gespräche und Ideen der Generation Z. Es werden sich sicherlich viele Dinge ändern, was auch gut und notwendig ist. Jedoch wird die Generation Z ebenfalls vieles lernen und sich ein Stück weit ändern müssen. Die Gesellschaft braucht Veränderungen, aber auch eine intakte Industrie und Umwelt. Wir brauchen aktive Problemlöser, die so vorgebildet sind, dass sie erkennen, was wirklich eine positive Veränderung darstellt.

Manuela Ahrens arbeitet seit 1994 bei den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL) und ist seit 2012 Ausbilderin für kaufmännische Berufe und duale Studiengänge. Die TWL versorgen als kommunales Unternehmen Privat- wie Geschäftskunden seit über 100 Jahren mit Strom, Erdgas, Wärme, Kälte und Trinkwasser.

 

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Andreas Langner ist Leiter Personalentwicklung bei der Profine GmbH. Profine fertigt in Pirmasens mit fast 1.200 Mitarbeitenden Kunststoff-Profile und verwandte Produkte.

 

 

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Alexander Kessler
Alexander Kessler

IHK Pfalz

Redakteur für Print, Web und Social Media im Bereich Öffentlichkeitsarbeit der IHK Pfalz.

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