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Birgit Neuhardt Mode Franck

„Ohne Überbrückungshilfen nicht zu stemmen”

von | 19.05.2021 | Arbeitswelten

​Interview zu den Auswirkungen der Pandemie mit Birgit Neuhardt, Inhaberin des Damenbekleidungshauses Mode Franck in Zweibrücken.

Frau Neuhardt, als Einzelhändlerin sind Sie von der Pandemie in wirtschaftlicher Hinsicht besonders stark betroffen. Mit welchen Restriktionen mussten und müssen Sie umgehen?

„In der Tat wurden den Kundinnen durch die wiederholten Shutdown-Szenarien der Zugang und die Lust am Shoppen komplett genommen und damit uns auch jegliche Geschäftsbasis entzogen: Im ersten Pandemiejahr lief ab Mitte März fünf Wochen lang gar nichts mehr, komplett schließen mussten wir außerdem von Mitte Dezember bis 8. März dieses Jahres.”

In Zeitspannen mit niedrigeren Inzidenzen waren immerhin Online-Bestellungen in einem stationären Einzelhandelsgeschäft möglich – Stichwort Click & Collect – und das als Click and Meet benannte Termin-Shopping. Wie sind Ihre Erfahrungen hier?

„Ab Mitte Januar war ,Click und Collect’ erlaubt, was uns den persönlichen Kontakt zu den Kundinnen wieder ermöglicht hatte. Aber… der textile Einzelhandel ist emotional und spontan, er lebt sozusagen vom intuitiven Präsenzgeschäft. Damit steht er per se schon im Widerspruch zum Terminshopping. Dazu kommt der nur gefühlte Druck, etwas kaufen zu müssen, weil man sich exklusiv im Geschäft umschauen darf. 

Dennoch haben wir die Chance dankbar angenommen, für unsere Kundinnen in diesen ja für uns alle schlimmen Zeiten da sein zu können. Das empathische Miteinander auf Augenhöhe war schon vor der Pandemie zum immer selteneren Gut geworden, jetzt in der Krise mit der auferlegten Isolation hat sich das noch weiter verstärkt. Für uns war und ist es daher umso wichtiger, ein Signal zu setzen und zu sagen ,Wir sind für euch da!'”.

Wie wichtig waren die Hilfsangebote für Ihre Branche und sind sie angekommen?

„Die Überbrückungshilfen waren für den Einzelhandel schlichtweg existenziell notwendig. Vor diesem Hintergrund muss ich jedoch ganz klar sagen: Sie kamen spät und wurden auch spät ausgezahlt; lediglich bei der Überbrückungshilfe III ging alles recht zügig. Dabei darf man sich nichts vormachen: Diese Hilfen sollten und konnten bei Weitem nicht die Umsätze ersetzen, wie sie üblicherweise zu verzeichnen gewesen wären. Daher war es beispielsweise auch eine wertvolle Hilfe, über die Kurzarbeit alle Beschäftigten halten zu können. Und das ist einfach erfolgsentscheidend. Denn schließlich sind sie das Herzstück im Einzelhandel. Ich bin persönlich überaus froh und dankbar für meine sehr guten Mitarbeiterinnen, die das Vorgelebte annehmen und im Umgang mit unseren Kundinnen leben.“

 

Foto: Andreas Becker

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Andreas Becker
Andreas Becker

Freier Wirtschafts-Journalist für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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