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Praxistauglich, plan- und bezahlbar

von | 19.11.2020 | Infrastruktur

Um kostspielige Fehlinvestitionen zu vermeiden, müssen besonders bei gewerblich genutzten Flotten die Technologien auf den Anwendungsfall abgestimmt werden. Die IHK Pfalz plädiert für ein umfassendes Förderpaket durch den Gesetzgeber.

Gerade im Liefer- und Schwerlastverkehr bringen Verbrennungsmotoren Vorteile, die kein alternativer Antrieb in sich vereinigt. Die wesentlichsten Kriterien sind:

 

  • maximale Leistung (Beschleunigung, Steigungen)
  • Stabilität bzw. Konstanz der gespeicherten und an Bord vorgehaltenen Energie
  • akzeptable Tankprozedur (Sicherheit, Dauer und Wirkungsgrad der Gesamtenergiekette)
  • Sicherheit für Insassen und Umgebung
  • Reichweite

Weil alternative Antriebe im Schwerlastverkehr viele Wünsche erfüllen müssen, sind sie teuer, vor allem in der Anschaffung. Trotzdem macht Nicole Rabold, Leiterin des Geschäftsbereichs Infrastruktur und Digitale Wirtschaft der IHK Pfalz, die Erfahrung, dass Spediteure und Logistiker durchaus offen sind für innovative Lösungen. „Quer durch alle Branchen ist klar, dass wir uns bewegen müssen, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen. Auch das Transportgewerbe will die Chance ergreifen, allerdings stimmt der Rahmen oft nicht. Unternehmer müssen hohe Investitionen für alternative Antriebe tätigen, für kleinere und mittlere Unternehmen ist das meist schwierig, sie fühlen sich alleingelassen.“

Kleine und mittlere Unternehmen brauchen Planungssicherheit

Die IHK Pfalz sieht den Staat in der Pflicht: „Wir brauchen ganz dringend Ausbaupläne für eine Tank- und Ladeinfrastruktur, sonst sind alle Ideen zu alternativen Antrieben graue Theorie“, so die IHK-Pfalz-Expertin. „Außerdem brauchen wir attraktive, praktikable und marktreife Technologien, die Anschaffungskosten, Zuverlässigkeit und Lebensdauer berücksichtigen.“ Nicole Rabold hält das derzeitige Angebot noch nicht für gänzlich ausgereift. „Das macht es vor allem für kleinere Unternehmen schwierig, kurzfristig ihre Fuhrparks auf alternative Antriebe umzustellen.“ Nach ihrer Meinung sollte der Staat mit gutem Beispiel vorangehen und auch die eigenen Flotten mit alternativen Antrieben ausstatten: „Nur wenn der Staat in Vorleistung geht, wächst die notwendige Infrastruktur.“ Unterstützen könnten dabei auch Pkws, weil es sich zum Teil um die gleichen Tankstellen handeln würde.

Die IHK Pfalz fordert staatlicherseits ein Gesamtpaket, das bereits in der Forschung und Entwicklung einsetzt, die Anschaffung alternativ angetriebener Fahrzeuge finanziell unterstützt und die Betreiber bei Abgaben wie etwa Mautgebühren entlastet. „Die Unternehmen sind grundsätzlich bereit, ihren Anteil innerhalb eines Gesamtkonzeptes zu leisten und – zumindest nach und nach – umzusteigen“, so Rabold. „Doch dafür brauchen wir Planungssicherheit.“

 

Foto: IHK Pfalz

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Marion Raschka
Marion Raschka

IHK Pfalz

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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