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Wasser

Wasser – das blaue Gold

von | 08.02.2021 | Umwelt

Zwei Teile Wasserstoff, ein Teil Sauerstoff: H2O. Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Doch wir verschwenden und verschmutzen die kostbare Ressource. Zwar sind wir Pfälzer (noch) in der glücklichen Lage, in einem wasserreichen Gebiet zu leben. Doch die Hitzesommer der vergangenen Jahre führen auch hier zu einem Umdenken. Pfälzer Unternehmen, die sich der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlen, haben die Ziele „Wasser sparen“ und „Wasser aufbereiten“ bereits auf ihrer Agenda.

Im Sommer 2020 standen die Menschen im Südkreis Germersheim vor dem Wassernotstand. „Wir sind versorgungstechnisch das erste Mal richtig ins Rotieren gekommen“, so Ralf Friedmann, Verbandsdirektor der Germersheimer Wasserversorgung. Die Südgruppe versorgt 13 Gemeinden zwischen Wörth und Ottersheim. Sie will jetzt zwischen Bellheim und Knittelsheim ein neues Wasserwerk bauen, Kosten 5 Millionen Euro. Noch gebe es keinen akuten Notstand, sagte der Referent für Wasserwirtschaft beim Städte- und Gemeindebund Rheinland-Pfalz, Thomas Rätz. Allerdings mehrten sich Signale, „dass es enger wird“.

Wird Wasser zu einer knappen Ressource, besteht die Gefahr, dass es zu Spannungen um den Zugang zu Wasser kommt: zwischen Verbrauchern, Industrie und Landwirtschaft. Denn Wasser spielt nicht nur für die menschliche Gesundheit und die Nahrungsmittelerzeugung, sondern auch in vielen Produktions- und Industrieprozessen eine zentrale Rolle.

Chancen erkennen

Doch drohende Wasserknappheit und mögliche Verteilungskämpfe ums blaue Gold bieten Unternehmen auch Entwicklungschancen. In Rheinland-Pfalz gibt es laut Landesumweltministerium etwa 100 Industriebetriebe, die ihr geklärtes Abwasser direkt in ein Gewässer einleiten. Darüber hinaus lassen etwa 5.000 gewerbliche und industrielle Betriebe ihr Abwasser mit oder ohne Vorbehandlung über die öffentliche Kanalisation in eine kommunale Kläranlage fließen.

Hier können Innovationen ansetzen: Zum einen – und diese Bestrebungen haben Priorität – gibt es zahlreiche Ansätze, Wasser in Produktionsprozessen, in der Landwirtschaft und im Haushalt einzusparen. Zum anderen: Neue Produktions- und Verfahrenstechniken sowie der Einsatz neuer Stoffe in der Abwasserbeseitigung entwickeln sich stetig weiter. Die Anwendung innovativer Abwasservorbehandlungsanlagen, die Kreislaufführung und Rückgewinnung von Wertstoffen sowie die Energieoptimierung können die wertvolle Ressource sichern. Ein weites Betätigungsfeld, auf dem auch Pfälzer Unternehmen mit innovativen Lösungen aktiv werden.

In der Beratungspraxis der IHK Pfalz kommt das Thema Wasser bislang hauptsächlich vor, wenn’s knapp wird, wie in den Niedrigwasser-Sommern 2003, 2006 und 2018: „Da Rheinland-Pfalz, was die Qualität und die Quantität des Trinkwassers anlangt, weltweit gesehen noch gut dasteht, ist das Bewusstsein dafür wenig entwickelt“, so Kathrin Mikalauskas, Referentin für Umwelt und Energie der IHK Pfalz. „Wasser ist trotzdem ein wichtiges Zukunftsthema, dem sich auch das Landesumweltministerium verstärkt widmet, nämlich in Bezug auf Auswirkungen des Klimawandels auf die Trinkwasserversorgung und Anpassungsstrategien zur Daseinsvorsorge.“

Nationales Interesse: Wasserwende

Vorrangige Aufgabe der Wasserwirtschaftsverwaltung ist laut Landesministerium die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasservorräte im Land. Dazu gehört die Berücksichtigung aktueller sowie künftiger klimatischer und hydrologischer Veränderungen. Auch national tut sich einiges: Zum Beispiel führt das Bundesumweltministerium Umstiegsberatungen für Trinkwasser in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen durch (BMU-Initiative „Wasserwende – Trinkwasser ist Klimaschutz“).

Ein weiterer kritischer Aspekt: Das Wasser in den Leitungen erwärmt sicher immer stärker, die Temperaturen nähern sich in der Südpfalz der 25-Grad-Schwelle. Ab dann droht Verkeimung. Der Hauptgrund: Die anhaltend erhöhten Durchschnittstemperaturen lassen auch den Boden, in dem die Wasserleitungen liegen, dauerhaft etwas wärmer werden. Kommt dann noch die Sonne dazu, verstärkt sich der Effekt.

„Obwohl wir im Kammergebiet noch keine flächendeckende Problematik beobachten, werden sich die Verhältnisse künftig sicher nicht verbessern, gut abzulesen am Raum Grünstadt, wo fast in jeder Trockenperiode Wassermangel herrscht“, so IHK-Pfalz-Referentin Mikalauskas. „Nachhaltig orientierte Pfälzer Unternehmen betrachten das Thema Wasser aktuell unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz. Beim Wassersparen, dem gezielten, digital gesteuerten Einsatz von Wasser und der Rückgewinnung von Wasser und Wärme schlummern Einsparpotenziale in vielen Unternehmen.“

 

Grafik: stock.adobe.com – Galina Timofeeva

 

WEITERE INFORMATIONEN:

Unternehmen mit Angeboten zur Wasser-/Abwasserbehandlung:
ihk-ecofinder.de

Infos Landesumweltministerium:
wasser.rlp-umwelt.de

Auskunftssystem:
geoportal-wasser.rlp-umwelt. de

Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung:
ufz.de

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Marion Raschka
Marion Raschka

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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