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Wenn die Brezel zur Pizza wird

von | 19.05.2021 | Arbeitswelten

Von der charakteristischen, geschlungenen Form ist zwar nichts mehr übrig, doch die Herkunft ist eindeutig: Brezelteig als Pizzaboden – die Idee dazu stammt aus dem unterfränkischen Aschaffenburg, hergestellt wird die Brizza im pfälzischen Herxheim.

Leidenschaft für Lebensmittel gehört bei Gastronomen zum Erfolgsgeheimnis: Die Geschwister Jennifer und Sascha Zeller hatten Lust auf etwas ganz Neues und experimentierten in der Küche ihres Wirtshauses Wurstbendel, um mit bewährten Zutaten kulinarisch kreativ Neuland zu erkunden. Was lag näher, als Speisen zu kombinieren, die man selbst ohnehin gerne isst? Und so traf die urbayrische Brezel auf den italienischen Klassiker und Liebling der Deutschen, die Pizza.

„Es sollte auf jeden Fall etwas mit Brezel sein“, so Jennifer Zeller, leidenschaftlicher Laugengebäck-Fan. „Die Frage war: Wie kann man die Brezel zur Abwechslung mal als pfiffiges Hauptgericht präsentieren?“ So wurde nach intensivem Tüfteln aus salzigem Brezelteig die Basis für eine etwas andere Pizza: Der Boden ist dünn, an der Unterseite belaugt, der bauchige Brezelrand außen knusprig und innen fluffig. Brizzaboden lässt sich je nach Fantasie oder regionalen Vorlieben individuell belegen; für Zeller persönlich am liebsten bayrisch mit Obatzda, Speck und Zwiebeln.

Sachkenntnis und Erfahrung
Brezel-Sachkenntnis vom Vermieter Von Anfang an war klar, dass so eine zündende Genuss-Idee nicht auf das eigene Lokal beschränkt bleiben darf, sondern auf eine kulinarische Reise gehen muss: Jennifer und Sascha Zeller gründeten gemeinsam mit Enrico Link die Brizza GmbH – und suchten eine Produktionsstätte. In Herxheim wurden sie dank Internet fündig. Die Brüder Schiestel, die dort bis 2019 einen traditionsreichen Backbetrieb (Brezel Schiestel, gegründet 1945) unterhalten hatten, vermieteten Halle und Maschinenpark an die Firmengründer. „Noch dazu bekamen wir viel Sachkenntnis und Erfahrung, denn bei Schiestels weiß man, dass Laugenteig je nach Witterung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und anderer Parameter sehr launisch sein kann. Außerdem ist das Laugen ein chemischer Prozess, der nicht ungefährlich ist.“

Brizza Jennifer Zeller Enrico Link Sascha Zeller

Die Geschwister Jennifer und Sascha Zeller mit Geschäftspartner Enrico Link (Mitte).

Brizza mit Weißwurst Holzbrett

Die Brizza ist individuell belegt und macht
Furore auf deutschen Speisekarten.

Einen sechsstelligen Betrag haben die Brizza-Gründer in die Produktion in Herxheim investiert. Sobald ein Ende der Corona-Beschränkungen abzusehen ist, rechnet die Jungunternehmerin mit einem stetigen Hochfahren der Produktion. Im Endausbau kann die Produktionsanlage einen hohen Tagesausstoß an Brizzaböden leisten. Rund 20 Arbeitsplätze sollen zukünftig im Herxheimer Industriegebiet entstehen.

Brizza mit Saumagen und Sauerkraut
Produziert werden in der ehemaligen Brezelbäckerei in Herxheim vorgebackene Brizzaböden, die in den Großhandel und an die Gastronomie gehen. Der Rohling kann von jedem Profi-Kunden so belegt werden, wie er persönlich die Brizza seinen Gästen anbieten möchte. „Am besten mit regionalen Produkten“, schlägt Gastronomin Zeller vor. „Pfälzer Brizzen zum Beispiel kann man sich gut mit Saumagen oder Bratwurst und Sauerkraut vorstellen. Jeder Gastronom kann so seine eigene Note mit hineinbringen.“

Nach einer Backzeit von vier Minuten ist die Brizza servierfertig. Kundenanfragen und Gespräche gab es in den vergangenen Wochen zuhauf: „Gastronomen, Kantinenbetreiber, Beschicker von Weinfesten kamen auf uns zu, deshalb sind wir optimistisch, dass wir sofort nach Aufhebung des Lockdowns durchstarten können.“

www.brizza.de

 

Bilder: Firmenfotos

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Marion Raschka
Marion Raschka

IHK Pfalz

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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