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Wettbewerbsvorteil ESG

von | 29.04.2022 | Weltweit

Nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Wirtschaften wird zur Norm: Das manifestiert sich in den drei Buchstaben ESG. Die Abkürzung steht für Nachhaltigkeit in den Bereichen Environment (Umwelt und Klima), Social (soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte) und Governance (Aufsichtsstrukturen, Compliance).

Doch wo setzt ESG in Unternehmen an? Was wird in punkto ESG unternommen? Vor allem größere Pfälzer Unternehmen berichten bereits wahrnehmbar und umfassend zu Nachhaltigkeitsthemen. Aber was macht die Mehrheit der Mittelständler und Kleinbetriebe ohne spezifische Berichterstattung? An einer ESG-Zielsetzung, passend zur Kultur und zum Geschäftsmodell, kommt bald kein Unternehmen mehr vorbei. Denn künftig wird es bei Investitions- und Produktionsentscheidungen selbstverständlich sein, dass ESG-Kriterien berücksichtigt werden.
Dazu gehört auch das deutsche Lieferkettengesetz, das vom 1. Januar 2023 an gelten soll, zunächst nur für Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten, ab 2024 auch für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Es geht im Wesentlichen darum, dass Verstöße gegen Menschenrechte und Umweltstandards in der gesamten Lieferkette rechtliche Konsequenzen für deutsche Unternehmen haben.

Die verschärften Ziele, was CO2-Neutralität angeht, werden ebenso vielerorts fundamentale Veränderungen nötig machen. Erhöht wird der Handlungsdruck durch Kapitalmärkte und Investoren. In der aktuellen Studie „Von Haltung zur Handlung“ (Unternehmensberatung Bain & Company, März 2022) hat Nachhaltigkeit nach der Pandemie für 90 Prozent der Top-Führungskräfte in Deutschland höchste strategische Priorität. Umwelt liegt dabei vor sozialen und Governance-Themen. Klimaneutralität wird in konkrete Ziele sowie Aktionen übersetzt. Das Topmanagement gleich welcher Branche sieht sich hierbei als Antreiber, Kommunikator und Dirigent, aber auch als Mahner, so die Bain-Studie.

Doch auch beim Finden und Halten von Fach- und Nachwuchskräften wird ESG zukünftig eine bedeutende Rolle spielen. Vor allem junge Arbeitnehmer und Führungskräfte wollen gerne wissen, für welche Art Unternehmen sie arbeiten.

Wird das Erreichte in Sachen ESG stringent und regelmäßig kommuniziert, ist es für Kunden, Beschäftigte, Bewerber und Investoren einfacher zu erkennen, wie nachhaltig ein Betrieb wirtschaftet. Insgesamt herrscht Unsicherheit über die Herangehensweise, wie eine ESG-Berichterstattung gewährleistet werden soll. Auf gemeinsame Kriterien und eine einheitliche Sprache konnte man sich bisher (noch) nicht einigen.

Robuste Lieferketten

Die Resilienz von Lieferketten wurde in den Jahren der Globalisierung kaum hinterfragt. Bedingt durch die Pandemie arbeiten mittlerweile viele Unternehmen an Schutzmechanismen, um sich gegen unerwartete Umbrüche besser zu wappnen. Der von Russland entfachte Krieg in der Ukraine verschärft nach Erkenntnissen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) die Probleme in den Lieferketten der Weltwirtschaft enorm. Schon in der bundesweiten IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2022 hätten 84 Prozent der deutschen Industriebetriebe mittlere bis erhebliche Lieferschwierigkeiten gemeldet, teilte DIHK-Vizepräsident Ralf Stoffels mit. Damit sei bereits vor Kriegsausbruch eine deutliche Mehrheit der Unternehmen mit Problemen in ihren Lieferketten konfrontiert gewesen.

„Für mittelständische Betriebe wäre es ein Befreiungsschlag, wenn die EU bei den Handelsabkommen im Indopazifik und in Südamerika spürbar vorankäme“, so Stoffels. Auch sollten Handelsschutzmaßnahmen, die wichtige Importe übermäßig verteuern, gerade jetzt in Zeiten erhöhter Inflation besonders kritisch hinterfragt werden. Vielleicht sei die Krise auch eine Chance, hier bessere Ergebnisse auf Augenhöhe zu erzielen.

Weitere Informationen:

 

Lieferketten und CSR: 
www.pfalz.ihk24.de

ESG-Check Lieferkette:
www.gvw.com

Download DIHK Lieferkettenbericht (Pdf):
www.dihk.de

 

 

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Marion Raschka
Marion Raschka

Freie Wirtschafts-Journalistin für IHK Interaktiv und das Wirtschaftsmagazin Pfalz.

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